Rasselnde Bingoautomaten, blinkende Slot Machines, und funkelndes Multi Roulette: Im Casino haben Augen und Ohren niemals Pause. Eine der großen Herausforderungen bei der Renovierung der Spielhallen im Casino Kleinwalsertal bestand daher darin, Ruhepole für die Sinne zu erschaffen.
Oberhalb des Casinosaals müssen die multifunktionellen Elemente ein ganzes Sammelsurium von Anforderungen unter einen Deckenspiegel bringen: -- unterschiedliche Raumhöhen -- unterbringung von Zu- und Abluftleitungen der Lüftungsanlage, Brand- und Rauchmelder, Kameras, Lautsprecher sowie eine indirekte Beleuchtung in der Decke -- Leitungen müssen in Zukunft ohne großen Aufwand verlegt werden können
Als Lösung bot sich ein zweiteiliger Entwurf an: ein durchgehender Deckenspiegel einer Knauf Lochplatten-Decke und darunter eine zweite Ebene in Form einer großen Schleife, die die Ausleuchtung, Kameras, die Beschallungsanlage und andere technische Elemente verbirgt.
Als erste Ebene wurde eine Knauf Cleaneo Akustik Designdecke montiert. Sie wurde mit Nonius-Hängern drucksteif an der Rohdecke befestigt und darüber hinaus mit zusätzlichen Nonius-Hängern beziehungsweise Spezialbügeln versehen, um darunter die Deckenschleifen abhängen zu können: Unterhalb der Lochplattendecke zieht sich nun ein abgehängtes, glattes Randfries mit 50 cm bis 2 m Breite in verschiedenen, aneinander gereihten Radien um den gesamten Spielsaal herum.
Daneben verlaufen zwei, in allen drei räumlichen Dimensionen gebogene Deckenschleifen in verschiedenen Höhenlagen durch den Raum. Die aus Knauf Platten konzipierten Elemente sind an den zusätzlichen Noniushängern befestigt bzw. an den Platten montiert. Als Unterkonstruktion dienen im Knauf-Werk vorgebogene Vierkantrohre. Sie tragen die CD-Profile, welche mit Spezialverbindern an den Vierkantrohren befestigt sind. An den CD-Profilen wiederum sind Knauf Bauplatten in einer Dicke von 12,5 mm befestigt, im Anschluss wurde die Lochplattendecke in Q2-Qualität verspachtelt, die Schleifen in Q4-Qualität.
Damit die Abhängung nicht zu sehen ist, wurden die schräg angestellten Deckensegel rückseitig bekleidet. Zuvor integrierten die Handwerker die Leuchtstoffröhren in die Konstruktion. Letztere nutzen die Gipsplatten nicht nur als Befestigungsebene, sondern auch als Reflektoren, die die Wirkung der indirekten Beleuchtung verstärken.
Die speziell ausgetüftelten Schrägen der Deckenschleifen verteilen zudem den Schall der ebenfalls darin integrierten Beschallungsanlage bestmöglich im Raum.
Sogar an den unwahrscheinlichen Fall eines Brandes wurde bei der Deckenkonstruktion gedacht: Die Brandschutztüre findet im Ernstfall in einem in der Konstruktion ausgesparten Brandschutzschott Platz. Im Alltag ist davon nichts zu sehen, und ebenso wenig von den Leitungen, den Kameras, den Lautsprechern und all den anderen Elementen, die in der neuen, einheitlichen Deckenkonstruktion des Casinos im Kleinwalsertal versteckt sind
Damit beauftragt, die Innenräume des etablierten Casinos neu zu gestalten, ermittelten die Planer geeignete Ansatzpunkte, um den Räumen eine möglichst ruhige Atmosphäre zu verleihen: ausgewählte aufeinander abgestimmte haptische Materialien, indirekte Beleuchtung und fliesende Raumbeziehungen. Der weiche grüne Teppich, die rotbraunen Lederbespannungen, die weißen Deckensegel definieren den Raumcharakter. Für die Raumelemente und die Deckenlandschaft wählten sie ein einheitliches Basismaterial: Gipsplatten.
Bauherr: Casino Austria AG, Wien Enwurf und Bauleitung: Baumschlager-Eberle Architekten, Lochau (A) Trockenbau: Fa. Reinhold Reiter, Hirschegg Fachberatung: Knauf Gips KG, Georg Lindauer Fotos: Knauf / Eduard Hueber / archphoto.com